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28. September – 25. November 2012

Juwelen im Rheingold. 10 Jahre Sammlung Rheingold

Für die Jubiläumsausstellung Juwelen im Rheingold in der Kunsthalle Düsseldorf wurde nach dem Prinzip des Erlesenen eine Auswahl getroffen, die wie ein „Best-off“ zahlreiche Highlights versammelt.


Der Seitenlichtsaal der Kunsthalle steht unter dem eher historischen Vorzeichen der Klassiker, der Sammlungsbestände vor 2002 – die als Block aus der Kölner Sammlung Reiner Speck erworben und dankenswerterweise dem Rheinland erhalten geblieben sind. Rheingold sammelt vorwiegend Künstler, die als Schüler oder Lehrer eine Affinität zur Kunstakademie Düsseldorf und der
rheinischen Szene haben, und diese Bestände konnten durch den Zukauf mit Arbeiten von Georg Herold, Hubert Kiecol, Thomas Schütte und Rosemarie Trockel sowie vielen der jüngeren Generation, auch der Arte povera, von Jannis Kounellis und Mario Merz, sinnvoll und wunderbar passend ergänzt werden. Hier sind vor allem aber Joseph Beuys, Marcel Broodthaers und James Lee Byars wichtige Protagonisten, die ihre ersten großen Einzelausstellungen am selben Ort hatten. Hinzu gesellen sich Carl Andre, der als Erster 1967 bei Konrad Fischer eröffnete, Sigmar Polke mit Schlüsselwerken und Walter Dahn aus den wilden Kölner 1980er-Jahren nebst Martin Kippenberger, dessen Werk lange auf museale Anerkennung warten musste, und nicht zuletzt Albert Oehlen.
Insofern ist die Präsentation der Arbeiten im Seitenlichtsaal eine erlesene Auswahl aus dem neuen alten Zusammenhalt, den diese Werke in einer Sammlung bekommen haben und behalten konnten.

Im Kinosaal warten dann nach der Ouvertüre von Martin Kippenberger und Sigmar Polke die großen und großartigen Werke der Sammlung Rheingold: Manfred Pernice mit der gewaltigen Skulptur Bibette Headland von 1999, eine unbetitelte Abstraktion von André Butzer, Hansjoerg Dobliars Return of the Mothership, Jörg Immendorffs Figurine, Corinne Wasmuhts Pathfinder wie auch Neo Rauchs Seewind. Flankiert werden diese von so unterschiedlichen Malern wie Peter Doig, Joanne Greenbaum und einem gemeinsamen
Bild von Albert Oehlen und Jonathan Meese.
Die Liebe zur Malerei und ihre Reflexion oder kritische Distanz wird in allen Arbeiten deutlich. In dieser das wilde Denken anregenden Zusammenstellung werden die Bilder bunt gemischt. Die überaus farbenfrohe Malerei einer puren Freude vermittelt sich mit den „Filmbildern“ von Peter Doig, entstanden
für sein Kino auf Trinidad, weiter auf die obere Ebene des Emporensaals.  Doigs Kinoplakate bilden eine Säule nach oben und werden von Imi Knoebels Werken der Serie Pure Freude aufgefangen.

Hier im Obergeschoss dominiert die Fotografie. Beat Streulis Menschen in Städten vermitteln ebenso wie Peter Doigs Bilder zwischen unterer
und oberer Ausstellungsfläche. An den Wänden reihen sich Werke von Candida Höfer, Thomas Ruff und Thomas Struth – in ihnen vermittelt sich verschieden der klare Blick zeitgenössisch neuer Sachlichkeit. Und in der Fortführung mit Lois Renner, Wolfgang Tillmans und Jeff Wall stehen weitere weltberühmte Exponenten heutiger Fotografie exemplarisch zur Diskussion. In Korrespondenz oder Ergänzung hierzu werden im Mittelblock außen Arbeiten von Andy Hope 1930, Gregor Schneider und Peter Piller, innen Zeichnungen von Rosemarie Trockel und Thomas Schütte gezeigt. Weitere skulpturale Werke von Trockel, Georg Herold und Hubert Kiecol gliedern den Raum und haben eine axiale Beziehung in die Räume des Untergeschosses.
Die über achtzig Werke von fünfunddreißig Künstlerinnen und Künstlern der Sammlung Rheingold sind eine erlesene Auswahl, in gewisser, aber bestimmt subjektiver Weise die Juwelen im Rheingold.

Ausstellung und Katalog werden von der Sammlung Rheingold unterstützt.
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